Wunde Milch

In dem schwarz-weißen Haus liegt mein Regen betäubt.
In seinem sehenden Fenster erinnerte Hunde
über den matt grünen Fliesen und ihren hungrigen Fugen.
Ich fühle die Tragik der Johannisbeeren
und ihrer Winterseelen an den Hängen des Gartens.
Die Gräser haben sich 
mit den Schreien der Schildkröte vernetzt 
und die Nächte sich längst in weiten Wüsten entleert.
Ich verfolge die stummen Wege der Spinnen.
Sie laufen über die Ruhe aus Kalk.
Ihr Weben röchelt über den Kacheln im blauen Bad.
Ich grüße die alten Gesichter im Spiegel
und wärme ihre Fragen.
Die späten Antworten ...
wie weiße Hirsche auf der Flucht.

Kerstin Fischer



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