Rückruf. Marie T. Martin

Die Gedichte von Marie T. Martin sind zartbesaitet wie Elfen, die gegen feste Formen antreten, etwa im Alltäglichen: „Im Hof blüht eine Paulownie, die / Samenkapseln liegen noch vom / letzten Jahr auf dem Beton. Kapseln / mit Songs, jeder dreieinhalb Minuten / lang. //“ Dabei spielen sie mit den Flimmerhärchen der Transzendenz eine ganz„Rückruf. Marie T. Martin“ weiterlesen

Himmel. Papier

Meine Bergung im sanften Rauch der Worte. Nasse Glieder gehen an Land, nach langer Fahrt in zerbrochenen Booten. Magnolienblüten auf fieberndem Meer. Ich folge den Spuren der Rehe, bis in dein Glühen, das an den Rinden der Bäume wächst. Der fremde Geruch nach Leinen und Schweiß geht auf mich zu und geht von mir fort.„Himmel. Papier“ weiterlesen

Zone. John Sauter

Die Gedichte von John Sauter gehen wie Fassadenkletterer über das rostbraune Relief einer von Abfall geschwängerten Stadt, in der man trotz allem nicht zu lieben aufhört: „Die Telefonmasten / In den blauen Himmel gestochen / Schiefe Rippen / Ein altes Skelett / Das auch wir / Verlassen //“. Der Müll liegt an den neuralgischen Punkten„Zone. John Sauter“ weiterlesen

Ausgangssperre

Die sengende Ruhe in den Straßen blendet das Zimmer. Sie schläft mit den Kissen und vergewaltigt die Wärme in den Decken. Über die Wände rollt stummes, dunkles Lachen, an dem weiße Schmetterlinge kleben. Gefangen im Haus. Der Boden drückt gegen die Decke. Ich hefte meine Träume hinter die Schultern der Nacht. Sie ist eine dicke„Ausgangssperre“ weiterlesen

Federfern

Ich öffne deine Ferne für einen Spalt breit Licht und lege meine Annahme in deine warme, weiße Muschel. Zedernöl tropft aus dem Mittelpunkt der Stille auf meine gierige Haut. Anschwellender Wind. Das Meer verjüngt sich zur Träne, meiner Träne aus dir verschlossen in den Steinen über die Salamander laufen. Du bist meine Sonne, mein Grab,„Federfern“ weiterlesen

dies sture beharren auf anwesenheit. Jürgen Flenker

Die Gedichte von Jürgen Flenker laufen durch das unruhige Gehäuse unserer Zeit wie Dotter. Sie sezieren unser Alltagsbeben und dies bis zum Anschlag, bis in die fiebrige Konsequenz seiner Licht- und Schattenspiele. Diese Konsequenz liegt wie eine dünne, tätowierte Haut über allem: „am ende helfen / nicht einmal mehr apotheken / ein flugzeug schmilzt /„dies sture beharren auf anwesenheit. Jürgen Flenker“ weiterlesen

Draußen der Nachtmund

küsst dunkle Seide in meine verlorenen Blätter. Ich stehe vor dem leeren Haus. Aus dem Fenster fallen satte Schatten. Ich gieße Regen in dein Glas und treibe meine inneren Herden über kahle Flächen, dem Morgen entgegen, um der Ferne zu entkommen. Weiße Lilie am Horizont in meiner Hand. Kerstin Fischer

Proviant von einer unbewohnten Insel. Eva Christina Zeller

Das lyrische Ich ist unterwegs in den Gedichten von Eva Christina Zeller, unterwegs etwa auf einer winzigen Schäre im äländischen Archipel, in Schweden, Irland, Venedig, Genf, um nur einige Orte zu nennen. Dies Unterwegssein fordert vor allem die Natur heraus, die sich daraufhin öffnet wie Springkraut, das man leicht berührt. Das macht alles äußerst beweglich.„Proviant von einer unbewohnten Insel. Eva Christina Zeller“ weiterlesen

Spiegelglut

Das leere Gesicht der nächtlichen Straße, meine Schritte tropfen in das Meer unter der Erde. Du bist Knospe am Morgen nach der Zukunft und teilst meinen Willen in gestern und heute. Ich warte auf die Ansicht des Flusses. Die Sanduhr steht auf halb drei, als die Schwäne an den Ufern zögern. Dein Schweigen zittert. Ich„Spiegelglut“ weiterlesen

Wenn ich Dich wie ein Buch lese. Rajvinder Singh

Die Gedichte von Rajvinder Singh sind wie träumende Spuren in frisch gefallenem Schnee. Sie sind geduldig und weise und ruhen im Herzen der Stille: „Lebend auf halbem Weg / wie ein Grabmal // zurückgezogen irgendwo / in Hochstimmung // zwischen „war“ und „werde“ / bin-ich, bin-auch-nicht, parallel // gewesen und erwartet zugleich“. Daneben stehen Prosagedichte„Wenn ich Dich wie ein Buch lese. Rajvinder Singh“ weiterlesen

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