Der Brief des Nachtportiers. Marcus Hammerschmitt

Die Gedichte von Marcus Hammerschmitt, die dieser Lyrikband zusammenfasst, sind spektakuläre Notate, die die Ziffern aus den poetischen Achsen lesen. Zum Vorschein treten die Quadrate des Daseins, die des lyrischen Ichs etwa oder des Nachtportiers, der – wir wähnen ihn an der Rezeption eines Hotels – mit uns zu kommunizieren scheint: „Es ist Nacht, mein„Der Brief des Nachtportiers. Marcus Hammerschmitt“ weiterlesen

Auf Zimmer drei liegt die Sehnsucht. Sigune Schnabel

Die Gedichte von Sigune Schnabel sind von gläserner Intensität, die sich über weiten Sommerfeldern entlädt. Diese Dichterin sät Sprachmohn, der einfach wunderschön ist. Mit reiner Poesie hat man es in der Rotfärbung seiner Blüten zu tun, einer Poesie, die besänftigt, unaufgeregt ist, ruhig dahinfließt wie ein überschaubarer Fluss. Die Szenerie des Textgewebes ist dabei oftmals„Auf Zimmer drei liegt die Sehnsucht. Sigune Schnabel“ weiterlesen

Nachtschabe

Die Nachtschabe in der Ecke des weißgeerdeten Zimmers ist blaublütig. In ihren Augen bitterer Mond. Er fließt in die schwarze Wüste auf den Fensterbänken der Stadt. Aus nutzlosen Screenshots fällt herber Schnee in die Geburt meiner Jurte, inmitten von rostigen Wäldern. Deshalb oder vielleicht. Sie ist noch feucht und nackt und ohne Dornen von Da„Nachtschabe“ weiterlesen

langsames ermatten im labyrinth. Carl-Christian Elze

Die Gedichte dieses Lyrikbandes berühren das Phantom Venedig, die Vibration der Sinne auf die Schmutz, Glanz und Kunst prasseln und sich zu einer venezianischen Schwingung fügen. Die Mitesser der Stadt erfahren darin gleichrangig Erwähnung mit dem Schönen in diesem hinreißenden Kosmos der Wahrnehmungen. Ein ästhetisches Spiel mit dem Hässlichen ist so entstanden, das in zauberhafter„langsames ermatten im labyrinth. Carl-Christian Elze“ weiterlesen

Meerschaum

Das Gift aus den Waben grauer Blicke fließt in die zarte Bauweise meines Hauses. Ich hole meine Findelkinder aus dem Garten, die unter dem Flieder schlafen. Die feinen Gerüche zerbrechen über dem Weg, am schwarzen Splitter in meiner Haut, denn die Äste sind scharfzüngig geworden, über Nacht. Aus dem Mund des Papiers kommen wunde Wörter.„Meerschaum“ weiterlesen

Lichtbruch. Bris de lumière. Charles Racine

Die Qualen mäandern in den Gedichten des 1927 geborenen, jurassischen Dichters Charles Racine. Das erinnert an Tintenfische, die man immer wieder auf Steine schlägt, um sie zu töten. Was sind das für Qualen? Sie kreisen um das Schreiben, den Schreibprozess. Darin erinnert Charles Racine an ein fein gemasertes Blatt, das man zwischen den Seiten eines„Lichtbruch. Bris de lumière. Charles Racine“ weiterlesen

Am Ende des Windes

Das alte Zimmer um die Mutter zerbricht mit der Muschel in ihrer Hand. Von den Wänden bröckelt Kindheit in die Brotkrumen auf dem Teller. Sie sind aus dem Krieg gefallen, durch zersprungene Spiegel, wie die Angst, die schwarze Katze, die durch den Keller schleicht. Die faltigen Hände der Mutter graben sich in ihr dichtes Fell,„Am Ende des Windes“ weiterlesen

Plötzlich alles da. Dorothea Grünzweig

In die Gedichte von Dorothea Grünzweig hat die vornehmlich finnische Natur, haben die Tiere, ein pulsierendes Relief gelegt, das Wut birgt, Trauer, Lächeln, Sehnen, Erinnern. Es entstammt den weit geöffneten Augen eines Sees, dessen Ufer blutrot sind und anthrazit. Alles ist durchströmt von einer vitalen Melancholie, die unter die Haut geht: „wie wenn der tod„Plötzlich alles da. Dorothea Grünzweig“ weiterlesen

katzenpornos in der timeline. Gedichte. Sonja Harter

Die Gedichte von Sonja Harter bewegen sich in den Flugbahnen von Schmetterlingen. Alltagsimpressionen erscheinen im Weichzeichner, ohne eigentlich weich zu sein. Diesen Balanceakt schafft diese wunderbare Lyrikerin: „wie schnell altert: das vorhaben. / wie schnell schmilzt: erdbeereis. / wie schnell stirbt: ein vers ?“ Die Schatten sind porös, luftig wie Luftschokolade. Man gerät in einen„katzenpornos in der timeline. Gedichte. Sonja Harter“ weiterlesen

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