Kriegsfeder. Vision I

Die Angst aus dem alten Krieg züngelt in mein oleandersattes Sommerhaus, mit eisernen Seelen, die die Schatten gierig machen. Die Kinder frieren nun im Garten. Raben fliegen an ihre leeren Schalen und picken die Kerne aus streunenden Nächten, mitten am Tag. Die Bomben im müden Gras zerreißen Schmetterlinge vor den Mäulern träumender Hunde. Der unbekannte„Kriegsfeder. Vision I“ weiterlesen

Neue staubige Tage. Nuovi giorni di polvere. Yari Bernasconi

Die Asche, die aus der Philosophie der Zerstörung fällt, hat Yari Bernasconi auf seiner Europareise aufgefangen und in seine Verse getragen. Jenen Versen, die in mehreren Zyklen angeordnet sind, liegt ein grandioser Instinkt zugrunde, mit dem der Dichter Witterung aufgenommen hat, vor allem an verfallenen Stätten oder an verwaisten Plätzen in Estland, den piemontesischen Bergen,„Neue staubige Tage. Nuovi giorni di polvere. Yari Bernasconi“ weiterlesen

Lehmige Himmel

Gräserstille. Meine Kinderschritte fallen in das Leuchten des Mohns. Tropfnass, taunah hungert die Angst in meiner Hand wie ein zahmer Vogel. Ich lehne an bitteren Rinden und bleibe Frucht des Sommers, trotz der lehmigen Himmel. Ich bin geerdet durch die Wörter auf federndem Papier. Meine Lebensziffer treibt Wurzeln, bis in den jüngsten Schnee, der die„Lehmige Himmel“ weiterlesen

Am Ende der Straße

Mein Körper wird langsam Nacht, hinter den Apfelbäumen. Weinende Knochen, die Brücken meiden in Kornblumenblau. In meinen Taschen Schneereste vom vorigen Winter. Sie sind endlich wie ich, endlich still, bis auf den letzten Tropfen Wort vom trauernden Eis. Am Rande der Stadt vergessene, warme Haut, über die der Duft der Schwalben zieht. Mein Haus ist„Am Ende der Straße“ weiterlesen

Gedanken Kartograf. Gedichte und Zeichnungen. Claudia Kohlus

Die Gedichte von Claudia Kohlus sind Wasserspiele des Geistes. Sie berühren, unterhalten, berücken und überraschen. Im Azur ihrer Gewebe keimen die Stille und das Laute der Innenwelten des lyrischen Ichs gleichermaßen auf hohem phantasieinternen Niveau: „Vorsichtig taste ich mich durch die Dunkelheit / atme ein / im Schrei einer Eule //“. Diese Ausgewogenheit korrespondiert mit„Gedanken Kartograf. Gedichte und Zeichnungen. Claudia Kohlus“ weiterlesen

American apocalypse. Gedichte und Fotografien. Isabella Feimer. Manfred Poor

Die Schriftstellerin Isabella Feimer hat zusammen mit dem Fotografen Manfred Poor Amerika bereist. Auf dieser Reise sind hinreißende Gedichte und Fotografien entstanden, die in perfekter Symbiose miteinander leben. Die Impressionen aus Arizona, Kalifornien, Alaska, Miami oder New Mexico, um nur einige Stationen zu nennen, sind irisierend. Bilder aus Kneipen, von Stränden, von Wolkenkratzern, Schrift in„American apocalypse. Gedichte und Fotografien. Isabella Feimer. Manfred Poor“ weiterlesen

Lyrik Noire

Ich sitze dir gegenüber zwischen den morphinen Augen der Nacht und dem trockenen Mund des Tages. An der Kante der Erde Papier aus Blei. Eine Spur Himmel fließt in meine Hand und versiegt über dem Relief der Stadt. Wolfsschluchten im Neonlicht mit Samen aus Kokain. Ich zeichne das letzte Blatt der Winterbäume auf die schweißnasse„Lyrik Noire“ weiterlesen

Nichts, nur. Walle Sayer

Eine eindrucksvolle Werkschau liefert dieser Band, der sich aus 35 Jahren Schaffenszeit speist. Darin sind in fünfzehn Kapiteln Gedichte versammelt und Erzählminiaturen, die allerdings eine sehr große Nähe zum Prosagedicht haben, so dass man eigentlich von einem Lyrikband sprechen kann. Die Texte sind nicht chronologisch angeordnet. Gedichte des jungen Lyrikers stehen neben denen aus reiferen„Nichts, nur. Walle Sayer“ weiterlesen

Am Ende des Rots

Im Garten Taubenstille. Der Baulärm zerbricht ihre Nester. Ich lege Kirschen über die Wut der Hammerschläge. Echsen rennen in die Bitterstoffe des Morgens, während sich die Äste der Hitze nähern. Ein scharfkantiges Radio dröhnt durch die Wörter, die in meiner Zunge schlafen. In den Wolken zerspringen die Spiegel aus Milchglas. Die Splitter fallen in meinen„Am Ende des Rots“ weiterlesen

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