Asphaltkokain

Dicht über dem Boden der Rochen der Stadt.
Er schluckt abwartende Zigarettenstummel, rotgeschminkt.
Das Bellen des Hundes wellt sich in die sonntagbewegte Straße,
als Leiber aus den Vorgärten quellen. 
Gras reißt an den Steinmauern der Abbruchbauten. 
Käferwinseln an nass hallender Wand.
In die Leere rieselt Kalk, weich und wild. 
Meine Gedanken kehren schwarzen Schnee 
in das Echo verlorener Räume. 
Es riecht nach längst vergessener Burg. 
Im Tauwasser Fische. 
Das Maul des Eiscafés hat sich hochgestellte Stühle einverleibt. 
Ich berühre die Öffnungszeiten.
Sekunden fallen heraus, von Lichtjahren gesäugt. 
Die Abfallkörbe wie Rettungsbojen. 
Das verlorene Papier träumt in den Wind. 
Die Monotonie der Motorengeräusche gleitet 
am Hacken des Asphalts durch meine Schritte. 
Hinter den Fenstern kaum weißes Licht. 
Taub fließt die Milch in die Mägen. 


Kerstin Fischer      
         
    

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