Der Hunger der Magnolien

Immer noch spüre ich den Hunger der Magnolien aus dem Park. Mein weicher Mund an der Nacht. Ich falle von den Rippen der Erde in die Hände Baudelaires. Die bissigen Fische in meinem Bauch verlieren an Gier daraufhin. Mein Spiegelbild läuft schon vor, bis zum Zug nach Paris. Am Montmartre fliehen meine Kreidezeichen aus schwangeren„Der Hunger der Magnolien“ weiterlesen

Die Melancholie des Papiers

Die Schatten klettern wie Tiere aus ihren Käfigen. Sie laufen in Seide durch den Garten und küssen die Bäume schwarz und schwer. Schwerer Duft, in den die Reife der Birnen fällt. Mein Haus, ein Winternest an den Zitzen des Sommers. Vor mir auf dem Tisch die leere Tasse Nacht. Ich breche das Brot zu Weisheit,„Die Melancholie des Papiers“ weiterlesen

Überwintern

In meinen Händen trocknet Himmel. Ein Stück neben dir, an den sauberen Kieswegen sind welke Blätter von mir abgefallen. Die Uhren haben Nüsse in die Zeit geträumt. Über meinen Schenkeln noch weißes Gift, das Blut an den Pinseln. Es fließt bis in die Röte der kranken Stille und kehrt nicht zurück. Nur was fern ist,„Überwintern“ weiterlesen

Überall, wo wir Schatten warfen. Ingrid Mylo

Ingrid Mylo spielt mit der Ambivalenz der Sinne, die mal verwerfen, dann wieder am Leben halten, verbergen, finden, träumen, lieben und trauern. Poetische Nachtkerzen sind so entstanden, die das Morgenlicht schwer macht: „Er wollte dein Lachen, aber / die Lieder, die er dir schenkte, / waren den Spinnweben gleich / abgestreifte Umarmungen, waren / Verzicht.„Überall, wo wir Schatten warfen. Ingrid Mylo“ weiterlesen

Am Fenster

Über dem Tag Sonnenlicht aus Blei. Die Küche eine Scherbe mit dicken Lippen. Ich sehe durch das stumpfe Fenster. Am salzigen Rand des Weges liegt ein schmutziger Hut. Er verdeckt alten Samen, der aus Wäldern strömte, in Schwarz. Zwischen den Zähnen der Zeit hängt zu früher Schlaf, taub und schwer. Ich pflücke Stunden wie Mirabellen„Am Fenster“ weiterlesen

Wo die Morphine tanzen

Das Krankenhaus öffnet seinen weißen Schlund. Ich zähle die Tage wie Ameisen, die über meine unruhigen Hände krabbeln. Meine Beine sind nah am Tod der Tauben. Der Park, noch einmal der Park mit seinen arroganten Bäumen. Meine Schritte tropfen ein Morgenlied in das Trockeneis meiner Gedanken. Ich haste in unbekanntes Land, in dem die Flure„Wo die Morphine tanzen“ weiterlesen

Porträt schöner Aussicht

Die Amselschwere über der Haut des Gartens an den Flimmerhärchen des Möglichen. Rostrot. Der Horizont blüht über die Schatten des kranken Tieres. In den Mitternachtsuhren richten sich die Ziffern nach Süden aus, denn die Straße ist weit und hat helle Flügel. Das Haus reift am Hang wie zahmer Wein. Kerstin Fischer

Wunde Steine

Ich baue mein Haus in die Blausterne aus Florenz, an die Abbruchkante meiner essiggetränkten Wege. Aus den Tagen in der Klinik fällt Metall in meinen Schoss. Meine Schrift friert. Ich rette Buchstabe um Buchstabe aus dem sterilen Meer. Die Wasserzeichen duften schon nach Schnee. Noch ist die Zeit aus Papier. Mein Blick ertrinkt in dem„Wunde Steine“ weiterlesen

Im Sandmoor ein Android. Safak Saricicek

An den Flügeln des Lichts sind die Verse von Safak Saricicek zu finden. Dies in einer poetischen Reinheit, die ihresgleichen sucht. Die Wörter bilden Metropolen, die sich zu Gestirnen fügen im wachen Wind der Phantasie. Dabei reiben sich die Gedichte in die Zeit wie bittende Violinen: „Ich schabe den Schnee ab, mit Fühlern / von„Im Sandmoor ein Android. Safak Saricicek“ weiterlesen

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