Frühstück in Göttingen

Knuspern hinter den ausgeschorenen Nacken an hellblauen Strickpullovern, weil die Erhabenheit des Büffets ohne Eier auskommt. Im Tee blasses Wanken. Die Dichte der Unschuld vor dem Schuldigwerden des Tages. Joghurtklacks in Müsli Chiffon. Gläserne Früchtekultur gleich nebenan. Marunde Leberwürste in der Lichtschranke des BMI und Schinken wie Betten aufgeschlagen hinter Vitrinen warten auf teiglahme Brötchen.„Frühstück in Göttingen“ weiterlesen

Rote Spur

Ich bin verloren zwischen den Spalten der Früchte, verloren im Warten des Wintergartens. Das orange Sonnensegel schützt meinen wachsenden Kern, der Briefe der keimenden Nacht notiert, die mit den gläsernen Locken der Engel spielt. Der Morgen liegt auf der Pritsche und trinkt den Rest Mond aus den Bechern. Ich zeichne die Linien des Vogelfluges in„Rote Spur“ weiterlesen

Mitbringsel. Walle Sayer

Walle Sayers Gedichte lauschen am Blau des Augenblicks, an den Überlagerungen all seiner anonymen Facetten. So wird der Augenblick zum Faszinosum und gleichsam zur Wundertüte, die sich dem Leser und der Leserin öffnet: „Morgenröte, da die Straßenlampe erlischt, jetzt, / wenn die Nachtschwester bei der Übergabe gähnt, / die Brezeln in der Bäckertüte noch offenwarm„Mitbringsel. Walle Sayer“ weiterlesen

Winterseite

Auf die Winterseite meines Spiegelbildes fällt ein Tropfen Tod. Er schweigt mir das Licht aus der Stirn und küsst meine rot geschminkten Lippen. Aus den Uhren fallen bleiche Ziffern in meinen Schoß. Ich öffne den Zaunkönigen das Fenster. Sie fliegen in die Schatten der Fragen nach fremden Stunden mit Gebrechen aus Wind. Meine Zeit, eine„Winterseite“ weiterlesen

Nachtpsalmen

Die Geräusche des Zuges schlüpfen aus ihren Muscheln. Zwischen meinen Fingern der Kitt verlassener Wünsche. Ich greife nach den Flügeln des Kindes. Wir müssen der blutroten Sonne vertrauen, wenn die Zukunft ihre zähen Gesichter formt. Ich schneide die Herzen der Fragen aus deinen Silben und wittere Licht in den hungernden Minuten. Über den Gleisen schon„Nachtpsalmen“ weiterlesen

Gegen acht im Park. Ursula Maria Wartmann

An den feinen, gleichmäßigen Nähten dieser Gedichte flammen schillernde Bilder. Das macht die Verse feuerhell. Darüber hinaus sind sie hinreißend in ihrer Sprachmelodie, die um die Erfahrbarkeit der Welt ringt, sie immer wieder findet und feiert, dabei ihren Sinn aber nur touchiert: „ Knattern der Zelte im Foyer streunt / der Fuchs durch das stete„Gegen acht im Park. Ursula Maria Wartmann“ weiterlesen

Irrlichter

Meine Federn sind empfindlich. Manchmal sind sie wie streunende Hunde, die vor den Menschen hecheln. Dann werden sie gestreichelt, zu fest, zu innig, mit klebrigen, süchtigen Fingern. Ich laufe in meinen Nachtturm und beobachte den einen schwarzen Fisch, der mir bleiche Knochen zu denken gibt. Ich fliehe über die Wendeltreppe durch Fenster mit Buntglas. Ich„Irrlichter“ weiterlesen

Februar Notate

Über dem Fluss Februarlicht, sonnengefärbt. Ich treibe in dunklen Blüten am Sand der Gründe. An den Randzonen der Stille fällt Bitterkeit aus dem rostroten Regen. Mein sicherer Tag faltet sich zur zögernden Nacht. Ich glaube an die Gewittergesänge in den Ambitionen des Mondes. Nebelchöre sehen in mein Haus daraufhin. Von den Wänden fließen darin Tränen„Februar Notate“ weiterlesen

Ein morsches Licht. Anke Glasmacher

Die Gedichte von Anke Glasmacher sind wie heißer Nachtregen, der über das Land zieht. Sie schleudern die Sinne, indem sie die Kälte herausfordern, mit ihrer klaren, gläsernen Sicht auf die Welt und den Moment: „nichts bezaubert so / wie das leiden des dichters / der mit seinem stift versucht / der kalten tinte zu entfliehen„Ein morsches Licht. Anke Glasmacher“ weiterlesen

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