Weißes Fragment

Das Warten schmilzt über den roten Dächern. Von den Wänden bröckelt knochenlose Zeit in den Geruch meiner Hände. Ich fülle den leeren Koffer mit Sekunden, die Wochen gebären. Die Krankenzimmer blühen. Das Weiß ihrer Wäsche fließt zwischen die Pappeln im Park. Ich gehe zu den Pfauen und folge ihren blauen Schritten, bis in die Winterweiden,„Weißes Fragment“ weiterlesen

Noch vor deiner Ankunft

Auf den Märkten werden die Birnen zu Steinen. Steinigung der Passanten vor den Augen deiner Poesie. Traubenreife Gedanken zimmern Säle, dämonenwarm. Sie brechen den Wörtern das Genick. Buchstabenheere, die auf Schiffe stürmen nach Übersee, ohne Seenot. Die kleinen, schwarzen Falter mit ihren dunklen Herzen haben die Finger für die Regenzeit lackiert. Auf dem Boden sind„Noch vor deiner Ankunft“ weiterlesen

Die Sprache des Taus

Die schwarzen Zweige hinter dem jungen Gesicht mit seinen meergefüllten Augen. Kirschen tropfen auf das Leichentuch, wenn die Väter gehen. In der blassen Höhle des Echos Mauern, weich wie Libellenflügel. Sie stehen in ruhigem, blauen Gras. Verstehst du die Sprache des Taus an diesem fremden Morgen? Die Welt fällt in zwei Hälften, wenn die Väter„Die Sprache des Taus“ weiterlesen

Schräg am Federbug. Leo Pinke

Die Gedichte von Leo Pinke sind kryptisch schön und pulsieren in einem feinen, zurückhaltenden Rhythmus ins lyrische Nirwana. Dies mit einer erstaunlichen Wucht und Schärfe: „Einsam legiert abwesendes Leben / das Kupferstück in der Hand – / “. Mit Akribie ist auch die Natur darin handverlesen wie die Zweige der zwischenmenschlichen Räume und ihrer Intarsien:„Schräg am Federbug. Leo Pinke“ weiterlesen

Abschied. Notat I

Bald verlasse ich mein Haus, mit seinen Wänden aus Veilchen. Aus dem kalten Koffer in dem dunklen Zimmer fließt die Silhouette des Südens. Ich öffne ihre Muscheln. Der Winter hat sie leicht und leer getrocknet. Ich fülle sie mit Stirb und Werde. Das gierige Maul des Koffers verschlingt die Gedanken an Wäsche. Wäsche für ein„Abschied. Notat I“ weiterlesen

Durst

Ich bin breiter Strand für die Nachtvögel, die durch den Tag schimmern, meervergessen. Sie picken ihre zeternden Visionen in den Sand. Er fällt durch die Zeiger der Uhren auf mein Krankenlager, das Soldaten umstellen, im toten Winkel des Lichts. Gestern noch, als die Wachsabdrücke der Verstorbenen scharfzüngig waren. Und heute am Berg die Bienen. Sie„Durst“ weiterlesen

Preludio

Meine Gebrechen sind getauft wie das Wasser im Fluss. Schneehaut, die sich vom Körper lösen wird, in der großen Klinik mit ihrem unbescholtenen Weiß. Noch gehen sie mit mir an zotteligen Krücken durch den Garten. Der Klang des Mooses erbt ihr Gesicht. Jeder Knochenschrei eine Note im endlichen Schatten. Die Endlichkeit ist ein großer Heißluftballon,„Preludio“ weiterlesen

Über Nacht

Ich laufe durch die klaren Geheimnisse in den Tauben. Noch ist Nachtwein auf den Lippen der Gräser. Blutweiß am Baustoff der Gebete sinken Bilder in den Schlaf. Ich will sie nicht wecken, weil längst reife Birnen in den Gang der Dinge fallen. Das Leder ist weich und schön in meinem durchsichtigen Traum. Dein warmer Puls„Über Nacht“ weiterlesen

Rhapsodie rouge

Aus meinen alten Stiefeln sinkt Zeit in verlassene Schulen. Davor die umgebrochenen Bäume. Eichen, Ahorn, an denen Schwefel klebt und Wind, heiser auf Messers Schneide. Die Tafel bellt wie ein Hund im Moor. An den Haken im Flur hängen Gerüche, deren Ideen die Jahre überlebten. In den Städten suchen sie nun nach ihrer welken Haut,„Rhapsodie rouge“ weiterlesen

Der Hunger der Magnolien

Immer noch spüre ich den Hunger der Magnolien aus dem Park. Mein weicher Mund an der Nacht. Ich falle von den Rippen der Erde in die Hände Baudelaires. Die bissigen Fische in meinem Bauch verlieren an Gier daraufhin. Mein Spiegelbild läuft schon vor, bis zum Zug nach Paris. Am Montmartre fliehen meine Kreidezeichen aus schwangeren„Der Hunger der Magnolien“ weiterlesen

Lyrikatelier Fischerhaus

Poesie, Malerei und Zeichnung. Eigene Gedichte, Bilder, Rezensionen - Lyrik only

morehotlist

Magazin der unabhängigen Bücher & Buchmenschen

leseschatz

Erlesenes von Hauke Harder

Pega Mund : driftout

poems notes marks occur blur crave. durch die tage : status und gedicht.

Windstriche

Steglich WordPress.com weblog

muetzenfalterin

die Welt unter meinem Hut

parasitenpresse

Verlag für neue Literatur

Nacht und Tag

Literaturblog

LiteraturReich

Ein Literaturblog

quarantänelyrik

»ihr lest keine lyrik, seid ihr wahnsinnig?«

Das poetische Zimmer

ein Raum voller Lyrik, Gedichte, Poesie