Aufstieg

Gewürfelte Einsicht schwarz - weiß. 
An mir kleben die Blätter der Erkenntnis 
platonischer Höhlen. Ich nehme die Sonne 
zur Schwester. Mein Gang ist Herz. 
Ich webe an weißer Zuversicht und berühre 
die Schwielen des Tages. Mein Schatten wird leichter Wind.
Ich halte mein Gesicht in frischen Schnee, in dem sich 
die Träume abbilden. Träume von goldenden Schultern, 
an denen Raben picken. Ich falte meinen Weg taghell
und tupfe das Blut aus seinem Anfang. 
Weitergehen im Raureif der Sinne, 
vorbei an den Essigbäumen der Kindheit. 
Die Orgel hat die Kirche überlebt. 
Auf dem Höhenkamm klare Luft.   

In Tod getaucht

Mein Tisch ist abgedeckt. 
Nur eine Kerze brennt darauf.
Sie gibt mir Flammenzeichen
zu dem Beginn der Magnolien. 
Falsche Gräser auf meiner Zunge,
in Tod getaucht, 
wenn das Licht um Vergebung bittet 
im danse macabre. Das Nichts ist rosé,
bis in die weiße Bewegung zu Allem.
Ich gehe still den Fluss entlang, 
durch Winterfragen, 
meinen Wachtraum an der Hand. 
Falsche Gräser auf meiner Zunge, 
in Tod getaucht.    

Die Weisheit der Goldfische

Ich träume dunkle Vögel in mein Spiegelbild
und melke die Vergangenheit.
Sie gibt trübe Milch, mit der ich meinen Schatten nähre. 
Hungrig wartet er im Hinterhof mit Katzenbuckel. 
Ich streichel ihm über den Rücken. 
Schwarzer Honig, in dem ich mit meinen Füßen stehe. 
Ich kann sie nicht bewegen. 
Ich klopfe gegen den Beton des nächsten Tages. 
Niemand lässt mich ein. 
Die Zukunft ist eine Libelle, 
die über meinen Teich fliegt. 
Ich berühre mit meinen Händen sein Wasser
und lese in den Tagebüchern der Goldfische, 
vom Glück auf meiner nassen Haut. 
Nun gehe ich durch lieben Wind.    
  

Ich gehe durch dunkle Tinte …

Ich gehe durch dunkle Tinte.
Meine Fußabdrücke sind blaue Herbstblätter.
Am Saum des Novembernebels 
schreibe ich in die Stille. Jeder Schritt ein Buchstabe.
Vor den gerissenen Netzen der Spinnen taubehangen
meine Vita, Tunnelgesang. Ihre gläserne Zeit 
rinnt durch das Papier, die silberne Haut auf den Teichen.
Darunter weiße Fragen wie Fische, 
die nicht erkannt werden wollen.
Wasserchiffren im Morgenmosaik. 
Ich rate ihren Klang 
und gehe in meinen Winter.        

Ich gehe durch den Novembergarten …

Ich gehe durch den Novembergarten 
und sammle die Regenperlen aus meinen Tagen. 
Hinter der grauen Wand mein Schatten, 
die schwarze Gestalt, die den Meisen zuhört
vor Wintereinbruch sommersatter Zeit. 
Ich richte mein Leben vor dem spiegelblanken Totenbett
ohne Federn. Die Ankunft ist schwacher Wind.
Wiedergeburt in rosé. Ich höre das Warten der Schneemutter.
Liebe, heißer Kristall nimmt den Nächten ihren Willen.
Mildes Mondlicht trinkt meinen Traum. 
Wenn ich erwache, wird meine Zeit ganz jung.       
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