Der Gipfel

Ich reiße an der blauen Tapete, Stück für Stück aus mir, bis ich zum Krümel werde, der nutzlos auf den Gängen liegt, während die Tauben von meinem Wasser trinken. Kehliges Gurren des anderen vor Feuerwänden. Meine sind aus kühlem Stahl. Sie spiegeln meinen nassen Schatten. Ich träume er ist anmutig. Er wird mein Kraftballon. Er„Der Gipfel“ weiterlesen

Morgen

Die Stadt eine Wandmalerei. Getauftes Leder mein eigener Randbezirk. Stück um Stück entnehme ich das Künftige aus bunten Taschen darauf Sommergelübde kornblumenblau. Im Hinblick auf die Schwere anthraziten Regens stilles Verharren im unendlich Endlichen. Ich fühle in den Anfang neuer Ketten, die aus hellen Burgen fließen. Ich schnüre meine Handgelenke weiß, um nicht davonzufliegen. Mein„Morgen“ weiterlesen

Der Kranich

Ich sitzte in meinem glasgrauen Schlauch inmitten des Gewispers der Zugreisenden. Stimmenalgen. Die Worte schneiden, überschneiden sich. Ein zerrissenes Netz aus Wörtern. Sie sind empfindlich warm und betrügen die Aussicht auf unverbrauchte Natur. Sie vibrieren über den sie fliehenden Feldern outside: Grüne Flächen voll dürstendem Milchgras für Rehe und Pferde im Aufwind. Ich hänge Wortfetzen„Der Kranich“ weiterlesen

Die Kornblume (Sommerlyrik)

Mein Dorf träumt unter dem blassen Mond, während ich weiße Morgenfäden in Händen halte und Nester in die Ankunft des Tages lege. Immer am ersten unter den letzten Tagen. Irgendwo zwischen den bunten Tupfen der Bluse nimmt er seinen Anfang. Ich steige ihnen nach. Sie springen bis in den Garten zu Füßen der Zaunkönige unter„Die Kornblume (Sommerlyrik)“ weiterlesen

Sommerlyrik

Die Nacht liegt noch verschlafen unter den Stühlen des Gartens . Die Gräser saugen schon zarten Morgenregen. Ich rolle meinen runden Traum über den Rosenweg am Wein vorbei bis in den Lavendel. Ich zupfe an neuen Anfängen – weiße Federn der Sommerillusion. Ich male mit ihnen an meinem Winter, der grauen Burg im hellroten Schatten.„Sommerlyrik“ weiterlesen

Im stillen Violett (Sommerlyrik)

Ich treibe auf meinen zarten Zeitblättern durch Meerengen auf der Suche nach Morgenröte Verlangen nach dir und deinen Trauben Süße Lust an gierigen Gaumen Ich berühre die Tropfen deiner sanften Stimme Sie fließen über meine Haut und nähren Visionen von Sommer in dem die Glühwürmchen zu Sternen werden im stillen Violett der Lavendelfelder Alles blüht„Im stillen Violett (Sommerlyrik)“ weiterlesen

Nachtabteil

Auf knirschender Fahrt sammle ich das Sägemehl der Gespräche. Aus den Augen fließt Blau in mein Verständnis. Ich nehme die Blätter von den Herzen und suche nach Licht. Es fließt über Tattoos. Ihr Gegenüber ist ein Sprayer. Graffitiglänzende Gedanken ein Abteil voll, außerhalb des Keifens der Schaffnerin nach mehr hitzigem Schwarz. Die Gleise sind staubig„Nachtabteil“ weiterlesen

Eros Lächeln

Meine dunkle Wäsche trocknet über den Steinen am Fluss weiß, während die Windräder ihre Lieder über die ergrünenden Felder reiben. Um mich versöhnendes Licht. Warm fällt es in die Sanduhren der Schwefeljahre, in denen die Gewitter still geworden sind, bis auf den Donner des Erinnerns in die Unnachgiebigkeit der Schieferwege mit ihrem Odem aus Anthrazit„Eros Lächeln“ weiterlesen

Wunde Milch

In dem schwarz-weißen Haus liegt mein Regen betäubt. In seinem sehenden Fenster erinnerte Hunde über den matt grünen Fliesen und ihren hungrigen Fugen. Ich fühle die Tragik der Johannisbeeren und ihrer Winterseelen an den Hängen des Gartens. Die Gräser haben sich mit den Schreien der Schildkröte vernetzt und die Nächte sich längst in weiten Wüsten„Wunde Milch“ weiterlesen

Weserimpression im Frühjahr. Aquarell Kerstin Fischer

Ich folge den seidenen Gerüchen an der Kreuzung als Verwandte des Meeres. Mein Licht ist frei. Ich löse das Land und laufe in weichen Wind. (Text aus dem Lyrikband „Die Fragen der mutlosen Seidenspinner“ von Kerstin Fischer)

quarantänelyrik

»ihr lest keine lyrik, seid ihr wahnsinnig?«

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