Es wird Tag

Stadtlärm sinkt in die nächtlichen Pfützen, macht sie grauhäutig, wie meinen Verdacht. Graue Katzen auf breiten, wimmernden Straßen. Das Licht unter den brüchigen Fragen wittert meinen Geruch. Die Piazza hält ihre Lider geschlossen immer noch verwaiste Zigarettenstummel auf dem Asphalt, träge und rot geküsst. Ich lehne mich an die Mauer, die in bloße, klare Himmel„Es wird Tag“ weiterlesen

Mitternachtsregenbogen

Die Lichter deiner Meere sinken in meinen Schoß und berühren die Tränen aus Eis in dieser Winternacht, die die dunklen Wälder verlassen hat, um ihre Kälte an unseren warmen Orangen zu verlieren. Mitternachtsregenbogen. Ich trinke seinen Glanz und träufle ihn auf deine weiße, lachende Haut im Sonnenpunkt des Glücks.

Frühstück in Göttingen

Knuspern hinter den ausgeschorenen Nacken an hellblauen Strickpullovern, weil die Erhabenheit des Büffets ohne Eier auskommt. Im Tee blasses Wanken. Die Dichte der Unschuld vor dem Schuldigwerden des Tages. Joghurtklacks in Müsli Chiffon. Gläserne Früchtekultur gleich nebenan. Marunde Leberwürste in der Lichtschranke des BMI und Schinken wie Betten aufgeschlagen hinter Vitrinen warten auf teiglahme Brötchen.„Frühstück in Göttingen“ weiterlesen

Rote Spur

Ich bin verloren zwischen den Spalten der Früchte, verloren im Warten des Wintergartens. Das orange Sonnensegel schützt meinen wachsenden Kern, der Briefe der keimenden Nacht notiert, die mit den gläsernen Locken der Engel spielt. Der Morgen liegt auf der Pritsche und trinkt den Rest Mond aus den Bechern. Ich zeichne die Linien des Vogelfluges in„Rote Spur“ weiterlesen

Winterseite

Auf die Winterseite meines Spiegelbildes fällt ein Tropfen Tod. Er schweigt mir das Licht aus der Stirn und küsst meine rot geschminkten Lippen. Aus den Uhren fallen bleiche Ziffern in meinen Schoß. Ich öffne den Zaunkönigen das Fenster. Sie fliegen in die Schatten der Fragen nach fremden Stunden mit Gebrechen aus Wind. Meine Zeit, eine„Winterseite“ weiterlesen

Nachtpsalmen

Die Geräusche des Zuges schlüpfen aus ihren Muscheln. Zwischen meinen Fingern der Kitt verlassener Wünsche. Ich greife nach den Flügeln des Kindes. Wir müssen der blutroten Sonne vertrauen, wenn die Zukunft ihre zähen Gesichter formt. Ich schneide die Herzen der Fragen aus deinen Silben und wittere Licht in den hungernden Minuten. Über den Gleisen schon„Nachtpsalmen“ weiterlesen

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