Ein Dasein aus Papier. Al Berto

Die Gedichte des 1997 verstorbenen portugiesischen Lyrikers Al Berto sind voll wärmender Dunkelheit. Die schwangeren, schwarzen Nüsse der Nacht sind das Thema. In den späten 70er und 80er Jahren sind die Texte entstanden und tragen, dem Vernehmen nach, das Lebensgefühl des Fin-de-siècle der ausgehenden 80er Jahre und seiner Popkultur. Ein Leiden im Abrieb seiner Träume„Ein Dasein aus Papier. Al Berto“ weiterlesen

Nähe

Du stehst an der Spitze des Schnees in meinem Morgensee. Deine zärtlichen Blätter wie Blicke fließen über das weiche Wasser meiner Haut. Ich bin ein roter Tropfen am Horizont. Er tränkt deinen silberstillen Zweig. Dann wieder Sand unter den Füßen, im kahlen Wind der Stadt. Ich bin geborgen vor den Kaminen. Meine Briefe an dich,„Nähe“ weiterlesen

Herbstvision

Im roten Kreuz der Herbstnebel Hagebutten. Eicheltanz unter meinen Füßen. Rehe fliehen vor ihrer Zeit. Der Tod kommt in Silben mit den kühlen Regentropfen auf das gepflügte Feld. Ich sehe in die tiefe rostbraune Erde und ernte mit den Raben dunkle Milch. Kerstin Fischer

Die Stadt

Stadtgeflimmer. Stimmen verschwinden in Spalten. Hölzernes Hacken der Schuhe auf berunkenem Pflaster. Auf den Bügeln wehen T-Shirts aus Bangladesch. Münder eilen ihren Hirnen voraus in die Marktpassage. Die Regenbögen sind die Einkaufsnetze des heiligen Konsums. Cashback für die Kaninchen in den Zoohandlungen, die mit rauen Zungen von Wiesen reden, während Orangen auf den Bordstein rollen„Die Stadt“ weiterlesen

Wir alle strahlen

Die Gedichte dieses Lyrikbandes von Matthias Engels stecken Lebensräume ab, dies kunstfertig mit den Eckdaten des Alltäglichen, die entlang des Jenseitigen laufen. Der Mond, der oft vorkommt, bildet hier scheinbar das Scharnier. Dieser Lyriker hat einen ganz eigenen, unverwechselbaren Ton und ich denke, ein größeres Kompliment kann man einem Lyriker kaum machen. Er ist wach,„Wir alle strahlen“ weiterlesen

Breughels Affen

Heißer Wind strömt durch die Gedichte von Jan Röhnert. Und immer wieder bewegt dieser Wind Vögel, Bienenfresser, Ziegenmelker, Mauersegler, Bussarde etwa. Der Dichter als Vogelkundler. Man täte diesem wunderbaren Lyriker unrecht, wollte man ihn darauf reduzieren. Dennoch bilden Vögel einen Mittelpunkt der Betrachtungen und scheinen eine Starke Quelle der Inspiration: „Einmal ahmten Spechte das Geräusch„Breughels Affen“ weiterlesen

„Sprache ist Haut“

„Sternenlichtregen“ ist der Band mit zeitgenössischer Lyrik aus Norwegen überschrieben, der beim Wunderhorn Verlag erschienen ist. Wie passend, denn die Gedichte, der hier versammelten 18 Lyriker und Lyrikerinnen kommen wie ein Sternenlichtregen daher. Gleichwohl ist der Titel einem Gedicht von He Dong entliehen: „die wolken tosten um mitternacht / lauschten der klang von tropfen auf„„Sprache ist Haut““ weiterlesen

Die Hitze klebt in heißen Blättern an den unruhigen Körpern. Sie laufen Sterne über dem bespuckten Boden des Bahnhofs, ohne es zu merken. Ich spüre in die Galaxie ihrer Wege und finde gute Worte und kristallene Tränen über die Anarchie des Schicksals. Wer will die Sterne bewerten? Tauben zwischen Brotkrümeln Tauben aus Glas. Gläserne Wacht weiterlesen

Sommerlyrik …

Um leeren, weißen Raum abgeerntete Zeit Ich schnitze Träume außerhalb der Messe das blaue Blut der Hyazinthen in meinem Sommermohn die Zukunft verborgen wie Dotter in einem Ei Ich rolle sie über zerrissene Seidentücher auf unbenutzen Wegen blank In leerem weißen Raum picke ich am Morgen darin verborgen auch ich

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