Ein Winterbericht

Meine Schritte gehen dünn in die beleuchtete Straße, mit den lichtschwangeren Tannenzweigen. In den Schaufensterscheiben die weiße Schleife meines blassen Gesichtes. Im Frühjahr noch habe ich die Steine am Fluss mit Hoffnung geweckt. Meine Treue tocknet aus. Die Teller sind gefüllt mit Hunger. Ich sitze in einer leeren Reise, ganz hinten am Ende des Zuges.„Ein Winterbericht“ weiterlesen

Die Gewordenen

Der Wintermorgen kriecht in den Asphalt der Straße. Die Gewordenen sind im weißen Nebel gekreuzigt, im Oval des Erinnerns. Der weiße Tod über den die Schwalben zu ihren Nestern ziehen, in neuen Sommern. Der klare Sand in meiner Hand hat die Gebeine nie berührt. Er gehört deiner Haut, die nach Kastanien duftet. Ich schließe mein„Die Gewordenen“ weiterlesen

Körpernah

Der Dunst über der Stadt zerbricht meine Flügel blutrot in deinem Mund. Die Farben des Bildes schlagen nackt gegen steile Felsen. In meine gebrochene Grotte trägt der Meerschaum einen toten Vogel, körpernah. Ich atme den Staub aus dem Licht, bis zur Ankunft des Schnees, der auf meine noch warme Weide fallen wird. (Auszug aus dem„Körpernah“ weiterlesen

Ein Stück

Im Sturm weht ein Stück Tod. Wenn es gegen die Hauswand schlägt, ist es ein junger Vogel, der stirbt, vor dem Winter in meinem Zimmer, durch den die Kirschzweige wachsen. Sie blühen in die Wärme deiner Haut, wenn du blaue Rätsel von meinen Lippen liest, mit denen ich meine wilden Pferde über Mondweiden treibe. Der„Ein Stück“ weiterlesen

Matt und feurig

Die Gedanken liegen auf dem Kissen, matt und feurig. Sie waren durch kalte Wälder gelaufen, in lose windgraue Gesichter, während die Katze das Blut aus der Maus spielte. Die Glut in ihren Achsen widersetzt sich dem fremden Schweiß des süß gewärmten Jahrhunderts, mit seinen rostigen Treppen. Ich bleibe am Fluss bei den Taubstummen und webe„Matt und feurig“ weiterlesen

Schwarze Gräser

Auf dem Flur des Hauses schwarze Gräser. Sie überwuchern den Raum, den Körper, die Felsen am Meer der reifenden Sommer. Der Schmerz ist entzündet wie das Kerzenlicht am Fenster und brotlos. Er leuchtet in die Abwesenheit des Bahnhofs. Meine Stimme geht entlang der Gleise, sieht in die Menge und vermisst das Echo der Blicke. Auf„Schwarze Gräser“ weiterlesen

Aberglaube des Nichts

Das kalte Licht unter der Decke wird bissig, als ich in die Zimmerhöhle rufe, die ihre Leere erbricht. Meine Stimme ist ein armes Kind. Seine Puppen verquellen mit dem Dunkel. Die Augen tasten über den Sog des harten Bodens. Sie haben ihren Bernstein verloren im Aberglauben des Nichts. Die Farben der Bilder fliehen vor dem„Aberglaube des Nichts“ weiterlesen

Zaunkönig

Äste schlagen im Morgenwind gegen das Fenster. Nägel, die die Stille durchbohren. Ich vergrabe das Stigma in roter Erde, als meine Haut aus Papier an den wilden Flüssen zerreißt. Die Farbe auf der Palette aber ist wie eine Katze, die um meine Beine streicht. Im Zimmer die Orange. Ich öffne ihre Gestalt und trinke ihre„Zaunkönig“ weiterlesen

Violinenspiel II

Die Blätter im Park wie Schuppen an unglücklichen Fischen. Über dem zugefrorenen Teich das geschwärzte Gesicht des Schmerzes Meine Schritte brechen ein. Das Aufflattern der Vögel bleibt unbemerkt. Ich blute Mohn aus unerreichbaren Sommern mit warmen Mähnen. Meine Kinder leben unter der Decke des Schnees, auf immer noch schwarzem Samt. Der Tod spielt Violine, mit„Violinenspiel II“ weiterlesen

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