Die Stadt

Stadtgeflimmer. Stimmen verschwinden in Spalten. Hölzernes Hacken der Schuhe auf berunkenem Pflaster. Auf den Bügeln wehen T-Shirts aus Bangladesch. Münder eilen ihren Hirnen voraus in die Marktpassage. Die Regenbögen sind die Einkaufsnetze des heiligen Konsums. Cashback für die Kaninchen in den Zoohandlungen, die mit rauen Zungen von Wiesen reden, während Orangen auf den Bordstein rollen„Die Stadt“ weiterlesen

Herbstnotiz

Sonnenwasser zwischen uns. Es scheint auf meine Haut und wärmt meine Nacht. Am Horizont Elche, Septemberscherenschnitte in milder Herbstglut begehren das Vergehen. Wir vergeben den Raupen in uns, damit wir Schmetterlinge zeichnen, mit weisen, weißen Federn. Ich träufle ihren Beginn in den singenden Nebel auf dem Feld über das schon die Krähen ziehen. Der Morgen„Herbstnotiz“ weiterlesen

Ernte

Herbstflügel tupfen schon gelbe Blätter in das Gras. Die Schale des Spätsommers leuchtet über dem gepflügten Feld. Am Wegrand taumeln Brombeeren in die dunklen, gierigen Mäuler der Waldläufer. Ich häute die Ruhe über dem Fluss und sammle das Blau aus den letzten Kornblumen bis Wörter aus ihm entstehen. Meine Ernte ist blau. Kerstin Fischer

Sommerlyrik

Ich treibe durch heißen Stadtwind in ein Straßencafé. Auf den verlassenen Tischen sind Reste in den Gläsern. Die Zeit wurde fast leergetrunken. Ich halte Ausschau nach den Zeitrinkern, nach ihrem Winter und dem heißen Schnee unter ihren brennenden Sohlen. Sie verschwinden im offenen Maul des Kaufhauses und lassen Winter zurück. Ich setze mich auf einen„Sommerlyrik“ weiterlesen

Der Gipfel

Ich reiße an der blauen Tapete, Stück für Stück aus mir, bis ich zum Krümel werde, der nutzlos auf den Gängen liegt, während die Tauben von meinem Wasser trinken. Kehliges Gurren des anderen vor Feuerwänden. Meine sind aus kühlem Stahl. Sie spiegeln meinen nassen Schatten. Ich träume er ist anmutig. Er wird mein Kraftballon. Er„Der Gipfel“ weiterlesen

„Sprache ist Haut“

„Sternenlichtregen“ ist der Band mit zeitgenössischer Lyrik aus Norwegen überschrieben, der beim Wunderhorn Verlag erschienen ist. Wie passend, denn die Gedichte, der hier versammelten 18 Lyriker und Lyrikerinnen kommen wie ein Sternenlichtregen daher. Gleichwohl ist der Titel einem Gedicht von He Dong entliehen: „die wolken tosten um mitternacht / lauschten der klang von tropfen auf„„Sprache ist Haut““ weiterlesen

quarantänelyrik

»ihr lest keine lyrik, seid ihr wahnsinnig?«

Das poetische Zimmer

ein Raum voller Lyrik, Gedichte, Poesie

ameisen im kirschblütenhaufen

schreiben als antwort aufs schweigen

Lyrikatelier Fischerhaus

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