Somnia

Durch gläsernes Blau fällt ein Lichtstrahl aus zitternden Gebirgen in meine bittenden Gärten, da wo die Zangen der Nacht begraben liegen. Tau über den Gebrechen meiner Winterhalme. Ich weide ihr Sehnen bis in die Adern des Sommers. Zögernde Rinden. Noch sind die Zweige der Kirschbäume kahl. Der Tod steckt im Winter und schläft mit offenen„Somnia“ weiterlesen

Suche. Indigo

Meine Liebe an goldenen Klippen küsst die blassen Lippen des Meeres. Ich bin dein Seevogel in den Nächten des Windes und gehe am Tag mit gebrochenen Füßen über das Land. Ich trinke deine Treue unter dem Gewicht des Mondes. Deine Hände, weicher, sonnenwarmer Sand. Ich verliere mich in den wasserblauen Augen deines Lichts und warte„Suche. Indigo“ weiterlesen

Rosengewitter

Zerrissene Milch fließt durch die Straßen meiner inneren Städte. Über den zerträumten Nächten weiße Glut. In den Zügen reisen Wörter mit gebrochenen Flügeln. Ihr Blut rinnt über meine Hände in weiche Schrift. Meine Minuten laufen durch Kathedralen, taubensanft. Blasser Tropfen Licht fällt auf schwangere Herzen. Rosengewitter im März. Du bist mein Psalm, der rote Punkt„Rosengewitter“ weiterlesen

Wachtraum später

Unter der Schneelast die Anklage der jungen Zweige. Sie fallen nach Süden, in die Sentimentalität der Eichhörnchen. In den Herbstverstecken goldene Nüsse deshalb. Ich halte Ausschau nach dem Honigmund. Aus ihm tropft weise Süße in die leeren, kalten Schalen. Aber an den Klippen immer noch Eis und Nachtflügel, die die Zukunft vertreiben. Der Boden ist„Wachtraum später“ weiterlesen

Patina metaphysisch

Ich schweige filigrane Muster in den Schnee. Aus meiner Seele rinnt weißes Blut in blasse Dörfer. An den Hängen gefrorene Märchen. Dunkle Tage kleben an unseren Fußsohlen. Jeder Schritt ein Schrei. Im Unterholz suche ich nach dem Echo meines Segens und finde zarte Lippen, die mich flüstern. Süße Bergung, süßer Beginn, gefaltetes Licht. Jeder Schritt„Patina metaphysisch“ weiterlesen

Winterminutenblut

In Angst erstickter Laut. Schneeferne. Die Amseln picken schwarz an diesem Morgen. Kahler Winterzweig. Der Baum ist nackt wie mein Herz. Es treibt eine Glut von gefrorenem Glück über den See. Ein Hauch Bestimmung wächst in die Rinden. Sie blättern in stille Elegien. Die Tauben tragen längst Nacht auf ihren Rücken. Ich wühle in der„Winterminutenblut“ weiterlesen

Wundwasser

Mein Ufer kippt in diesem Januar in die Nebelgestalt am Weg, eine zarte Skizze, die sich mit Winterweiden füllt. Aus dem geöffneten Himmel rinnt Blut über meine Hand. Mein Zweifel, eine Gazelle. Sie rennt durch meine Steppen. Ich gehe durch dein Glas, ganz vorsichtig, um die Schildkröten nicht zu wecken. Deine Zeit schneidet die Blüten„Wundwasser“ weiterlesen

An der Peripherie des Wartens

In meiner dunklen Kammer liegt ein Engel. Er breitet die Flügel über meinen Alptraum. Ich schlafe in Nachtmilch. Sie läuft über meine Haut. Von dort tropft sie in die Ritzen der Dielen. Sie ist wieder dunkel geworden nach dem Sonnenuntergang. Vor zwei Tagen noch war sie himmelblau. Sie ist fieberheiß und meine Beine sind taub.„An der Peripherie des Wartens“ weiterlesen

Die Reise des Sinns

Ich lege den Sinn in weiße Koffer und trage sie über den Bahnsteig. Der einrollende Zug nimmt mich auf. Die weißen Koffer werden zu Vögeln, die durch die Waggons fliegen. Sie schlagen gegen die schmutzigen Scheiben. Milch tropft aus ihren Flügeln. Ich koste die Milch. Sie schmeckt nach Fragen, über die ich meine gebrechlichen Zelte„Die Reise des Sinns“ weiterlesen

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