Die Wasserlilie

Ich schreibe Gedichte in den Januarschatten. Er ist durch die Zimmer gewachsen, in der Nacht, als die Rehe mir die Lebenslinie aus der Hand lasen. Meine Bühne bleibt leer. Ich fülle die Leere in die kristallenen Gläser der Wintervitrinen. Ich bin der glitzernde Punkt auf dem brachen Feld, der Tautropfen, der durch Särge fällt, den„Die Wasserlilie“ weiterlesen

Schneezone und Erdbeermund

Aus den roten Wellen fließen Jahrtausende in die Umkehr der Nacht. Die Städte schlafen unter weißen Blättern wie ihre Dichter. Auf den Leichentüchern der Sonnenblumen aber wachsen Kriege immer neu. Ich stehe am Begehren der Meere. Jede Muschel ist eine Sekunde, in der du liebst, Schneezone und Erdbeermund! Deine Küsse sind meine schönsten Narben. Kerstin„Schneezone und Erdbeermund“ weiterlesen

Blühende Moore

Die blaue Rose in meinem Garten haben wilde Tiere gerissen. Ich sehe in die taubstummen Nachtnebel an den Flanken meines Geistes, neben Hölderlins Turm. Ich verfolge die Oase seiner Schrift. Ich bin mein Märchen, Seeseele am Morgen. Die Fischer sind weiche Engel. Bitterer Sand fällt aus meinen Kleidern und wächst durch die Zimmer, aber ich„Blühende Moore“ weiterlesen

Allmählich taut der Morgen …

Allmählich taut der Morgen an der Nacht in süßes Blau. Indigobraut. Am Zaun die schwarzen Puppen aus Angst und Neid schweigen nun Lämmer in den Garten. Der Wind hat sie mit Meer beruhigt. Mit zitternden Händen lese ich die Geheimnisse vom Boden, die ihn fruchtbar machen. Immer noch sind die Vögel gefangen in leeren Zimmern,„Allmählich taut der Morgen …“ weiterlesen

Silvester

Über meinem Haus die breiten Flügel geträumter Meere. Sommerindizien. Sie lösen das Erbarmungslose aus den Wintergittern des Gartens, machen es erbärmlich. Die nackten Zweige sterben süß am witternden Morgen. In der weißen Erde der Stille der Abdruck meines Gesichts. Ich falte die Hände zur Glut, die ihre Musen findet. Fridas schwarze Affen springen durch das„Silvester“ weiterlesen

Rosenglas

Ich öffne die rosengläserne Tür, die hinter mir in Legenden zerspringt. Der Zeitmuskel fällt in schweren Schlaf, als sich die Wahrheit in meinem Spiegel verjüngt. Auf der Wiese immer noch Klee, in den ich zu wachsen versuche. Es riecht nach Erde und Stern. Meine Hände reifen an deiner Natur, dem klaren, blauen Licht über der„Rosenglas“ weiterlesen

Samen. Blau

Dein Warten ist in Wälder gehüllt, in die meine Winterschuppen fallen. Weich gehen sie zu Boden und brechen still. Mein Blut wächst in weiße Reben, an den Mündern des Nebels. Die gewohnten Weiden brennen zu Träumen nieder. Blauer Samen, bleich in meiner Hand. Ich streiche über das Papier wie über die Nacht. Kerstin Fischer

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