Preludio

Meine Gebrechen sind getauft wie das Wasser im Fluss. Schneehaut, die sich vom Körper lösen wird, in der großen Klinik mit ihrem unbescholtenen Weiß. Noch gehen sie mit mir an zotteligen Krücken durch den Garten. Der Klang des Mooses erbt ihr Gesicht. Jeder Knochenschrei eine Note im endlichen Schatten. Die Endlichkeit ist ein großer Heißluftballon,„Preludio“ weiterlesen

Über Nacht

Ich laufe durch die klaren Geheimnisse in den Tauben. Noch ist Nachtwein auf den Lippen der Gräser. Blutweiß am Baustoff der Gebete sinken Bilder in den Schlaf. Ich will sie nicht wecken, weil längst reife Birnen in den Gang der Dinge fallen. Das Leder ist weich und schön in meinem durchsichtigen Traum. Dein warmer Puls„Über Nacht“ weiterlesen

Rhapsodie rouge

Aus meinen alten Stiefeln sinkt Zeit in verlassene Schulen. Davor die umgebrochenen Bäume. Eichen, Ahorn, an denen Schwefel klebt und Wind, heiser auf Messers Schneide. Die Tafel bellt wie ein Hund im Moor. An den Haken im Flur hängen Gerüche, deren Ideen die Jahre überlebten. In den Städten suchen sie nun nach ihrer welken Haut,„Rhapsodie rouge“ weiterlesen

Der Hunger der Magnolien

Immer noch spüre ich den Hunger der Magnolien aus dem Park. Mein weicher Mund an der Nacht. Ich falle von den Rippen der Erde in die Hände Baudelaires. Die bissigen Fische in meinem Bauch verlieren an Gier daraufhin. Mein Spiegelbild läuft schon vor, bis zum Zug nach Paris. Am Montmartre fliehen meine Kreidezeichen aus schwangeren„Der Hunger der Magnolien“ weiterlesen

Die Melancholie des Papiers

Die Schatten klettern wie Tiere aus ihren Käfigen. Sie laufen in Seide durch den Garten und küssen die Bäume schwarz und schwer. Schwerer Duft, in den die Reife der Birnen fällt. Mein Haus, ein Winternest an den Zitzen des Sommers. Vor mir auf dem Tisch die leere Tasse Nacht. Ich breche das Brot zu Weisheit,„Die Melancholie des Papiers“ weiterlesen

Überwintern

In meinen Händen trocknet Himmel. Ein Stück neben dir, an den sauberen Kieswegen sind welke Blätter von mir abgefallen. Die Uhren haben Nüsse in die Zeit geträumt. Über meinen Schenkeln noch weißes Gift, das Blut an den Pinseln. Es fließt bis in die Röte der kranken Stille und kehrt nicht zurück. Nur was fern ist,„Überwintern“ weiterlesen

Am Fenster

Über dem Tag Sonnenlicht aus Blei. Die Küche eine Scherbe mit dicken Lippen. Ich sehe durch das stumpfe Fenster. Am salzigen Rand des Weges liegt ein schmutziger Hut. Er verdeckt alten Samen, der aus Wäldern strömte, in Schwarz. Zwischen den Zähnen der Zeit hängt zu früher Schlaf, taub und schwer. Ich pflücke Stunden wie Mirabellen„Am Fenster“ weiterlesen

Wo die Morphine tanzen

Das Krankenhaus öffnet seinen weißen Schlund. Ich zähle die Tage wie Ameisen, die über meine unruhigen Hände krabbeln. Meine Beine sind nah am Tod der Tauben. Der Park, noch einmal der Park mit seinen arroganten Bäumen. Meine Schritte tropfen ein Morgenlied in das Trockeneis meiner Gedanken. Ich haste in unbekanntes Land, in dem die Flure„Wo die Morphine tanzen“ weiterlesen

Porträt schöner Aussicht

Die Amselschwere über der Haut des Gartens an den Flimmerhärchen des Möglichen. Rostrot. Der Horizont blüht über die Schatten des kranken Tieres. In den Mitternachtsuhren richten sich die Ziffern nach Süden aus, denn die Straße ist weit und hat helle Flügel. Das Haus reift am Hang wie zahmer Wein. Kerstin Fischer

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