Wunde Steine

Ich baue mein Haus in die Blausterne aus Florenz, an die Abbruchkante meiner essiggetränkten Wege. Aus den Tagen in der Klinik fällt Metall in meinen Schoss. Meine Schrift friert. Ich rette Buchstabe um Buchstabe aus dem sterilen Meer. Die Wasserzeichen duften schon nach Schnee. Noch ist die Zeit aus Papier. Mein Blick ertrinkt in dem„Wunde Steine“ weiterlesen

Der Salamander

Die Sonne reißt am Gatter zum Nichts. Meine Schritte leuchten über dem harten Kies, bis in die grünen Labyrinthe der Katzenaugen. Ich bin wie Schnee über meinem Vulkan und atme durch die Kiemen der erregten Erde. Mein Spiegelbild ist frei wie Polarfüchse seit dem Anfang von Jetzt – gebärt sich Gott neu. Das Ei über„Der Salamander“ weiterlesen

Frucht

Ich baue Häuser in die müden Sitzmuster des Zuges und ernte Trauben aus dem Gleiten der vorüberziehenden Felder hinter den schwefligen Fenstern. Das Abteil ist im Sonnengebet. Die Fahrgäste sind mit den Vögeln gezogen. Allesamt. Samtene Leere um den Traum meiner Wörter von gelbem Papier mit Apfelgeruch. Kerstin Fischer

Wartend

Ich laufe durch das Karree des Sommers und ziehe an der Zigarette aus Herbst auf den Fluren der Klinik. Aus metallischen Mündern fallen stumm Brote in meine wachsamen, zedernhellen Hände, die in Muttersprache schreiben. Gewässertes Wort. Am Fenster pickt die Amsel die Zeit aus den Rahmen. Ich gehe ein Stück mit ihr und falle in„Wartend“ weiterlesen

Magma

Der kommende Schnee bricht meinen Körper. Die schwarzen Vögel in den einsamen Fenstern traue ich mir zu und die Scherben von Stimmen auf spiegelblanken Fluren. Das Haus ist abgerissen für die Dauer eines Traums. Sechs Wochen lang in fremdem Quartier. Die Ruhe aus Blech liegt über der orangen Decke. Ich zeichne den Wintergarten in das„Magma“ weiterlesen

Davor

Aus dem Ende fließt Licht in meine Hand, fließt wie Milch über meine wunden Knochen, die auf Venedig warten. Ich gehe entlang des Zauns. Magerer Himmel fällt auf mein Gesicht. Ich ziehe meinen Karren Glück über die Schulter der Erde. Im Zimmer der Mutter ist die Totenmaske noch Mohnblüte – dein weißer, harter Gesang …„Davor“ weiterlesen

Kriegsfeder. Vision I

Die Angst aus dem alten Krieg züngelt in mein oleandersattes Sommerhaus, mit eisernen Seelen, die die Schatten gierig machen. Die Kinder frieren nun im Garten. Raben fliegen an ihre leeren Schalen und picken die Kerne aus streunenden Nächten, mitten am Tag. Die Bomben im müden Gras zerreißen Schmetterlinge vor den Mäulern träumender Hunde. Der unbekannte„Kriegsfeder. Vision I“ weiterlesen

Lehmige Himmel

Gräserstille. Meine Kinderschritte fallen in das Leuchten des Mohns. Tropfnass, taunah hungert die Angst in meiner Hand wie ein zahmer Vogel. Ich lehne an bitteren Rinden und bleibe Frucht des Sommers, trotz der lehmigen Himmel. Ich bin geerdet durch die Wörter auf federndem Papier. Meine Lebensziffer treibt Wurzeln, bis in den jüngsten Schnee, der die„Lehmige Himmel“ weiterlesen

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