Herbstgatter. Novemberzone …

Herbstgatter. Novemberzone. Mein Traum von Sommerschilf
liegt matt in dem kühlen Nebel. 
Zu meinen Füßen blindes Laub.
Bernsteinfarben mein glatter Schritt. 
Vorbei an den dunklen Teichen
fangen Hagebutten meinen Blick,
rot knisternd an grauen Vorhängen.
Vor mir gierige Tauben, die aus Nussschalen trinken.
Ich gehe durch sanften Regen,
den Winter schon auf meiner Haut. 

Kerstin Fischer    

Entlang der abgerissenen Ufer …

Entlang der abgerissenen Ufer 
die Tragweite der Wildgänse, 
die in den Himmel fliehen. 
Ich gehe mit Sonnenschritten durch den Herbst. 
Ich habe die dunklen Täler von den Sohlen geschlagen
und die Blüte Zuversicht gebrochen
an diesem seidigen Morgen.
Ich trinke Novembermilch. Sie ist mild und gütig. 
Das rostbraune Laub beruhigt das Winterecho.     

Dein Kuss ist drängendes Gras …

Dein Kuss ist drängendes Gras 
an meinen Winteramphoren. Ich trauere in Blau. 
Du wärmst meinen Schnee
und brennst Lichtzeichen in mein Eis,
mit der milden Glut deiner Worte, 
den Tauben auf meinen leeren Plätzen. 
Ich streue feuerrote Hagebutten auf meinen Weg zu dir, 
pflanze meinen Baum in dein Haus 
und öffne meinen Garten schneerot.     

Motorgeräusche zerreißen die feinen …

Motorgeräusche zerreißen die feinen Muster der Stille. 
Ein schwarzer Vogel gleitet in Innenräume. 
Er fliegt auf die Geigen über dem Meer, 
die von der Zukunft reden, und irgendwann mich meinen,
an einem der jüngeren Tage. Ich schließe mich den Chören an, 
die an den Klippen warten. Schnee fällt in ihre Gesänge 
und Sonnenlicht, in dem die Träume schmelzen.
Ich beherzige die Weissagungen der Mütter, 
die mit gläsernen Zungen vom Frieden reden. 
Frieden in mir, Frieden in dir, Frieden in uns.
Aber die Wege dorthin sind abgebrochen.
Ich berühre die Splitter 
und kann noch in die Gründe sehen. 
Auch der Tod ist eine Mutter. 
Wir bleiben in Hanglage am Leben und berühren die süße Frucht. 
Nektar über den Fingern. Honigpsalm.
In meinen Spiegeln Wörter und freies Licht.   
        
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