Poetische Eröffnung

Schachlicht. Still. Bronzen.
Ich tauche meine Zeit in die Belange der Bauern.
Sie haben sieben Leben im Dienste des Königs.
Dann gehe ich mit den Springern über Hecken –
die Zügellosen. Sie fürchten die Eulen in den Türmen,
die von Weisheit zu Weisheit fliegen
und manchmal nach Petersburg
in das gleiche Spiel eines Zaren im blauen Jahrhundert.
Ich knüpfe meinen Tagtraum in die Teppiche seines Palastes
und verliere die Dame an den Seerosenteich ihrer Rivalin.
Das Todesurteil für den König. Während er im Moor versinkt,
singen die Krähen über seinen Gefallenen Mozarts Requiem.
Und ich seh nach dem Zaren.
Er ist fort …
Vielleicht ein Schachjahrhundert vorausgezogen, 
mit den Läufern.

Kerstin Fischer 


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Graphit auf Papier. Kerstin Fischer 

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