Die Kornblume (Sommerlyrik)

Mein Dorf träumt unter dem blassen Mond,
während ich weiße Morgenfäden in Händen halte
und Nester in die Ankunft des Tages lege.
Immer am ersten unter den letzten Tagen.
Irgendwo zwischen den bunten Tupfen der Bluse 
nimmt er seinen Anfang.
Ich steige ihnen nach.
Sie springen bis in den Garten 
zu Füßen der Zaunkönige unter windtauben Zweigen.
Mohnblumenlicht das Wintergrau verspricht.
Ich ordne meinen Zerfall in die Gräser.
Das macht ihn zur Kornblume,
die ich aufs Meer lege,
damit sie ihren Horizont erreicht.

Kerstin Fischer      

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