Ausgangssperre

Die sengende Ruhe in den Straßen blendet das Zimmer.
Sie schläft mit den Kissen und 
vergewaltigt die Wärme in den Decken.
Über die Wände rollt stummes, dunkles Lachen,
an dem weiße Schmetterlinge kleben.
Gefangen im Haus. Der Boden drückt gegen die Decke. 
Ich hefte meine Träume hinter die Schultern der Nacht. 
Sie ist eine dicke Frau mit schwarzem Herz. 
Ihre Augen sind auf mich gerichtet. 
Ich zähle ihre Wimpernschläge gegen unendlich und 
suche nach dem kleinen blassen Geräusch, 
das sich im Gestern versteckt. 
Meine Wörter schwimmen in das weite Papier wie Fische im Nebel.
Die Freiheit ist eine Mumie, bis zum Morgen,  
an dem wieder Milch durch die Brüste der Städte schießt.       
     
  
  

	

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