Himmel. Papier

Meine Bergung im sanften Rauch der Worte.
Nasse Glieder gehen an Land,
nach langer Fahrt in zerbrochenen Booten.
Magnolienblüten auf fieberndem Meer.
Ich folge den Spuren der Rehe, bis in dein Glühen,
das an den Rinden der Bäume wächst.
Der fremde Geruch nach Leinen und Schweiß
geht auf mich zu und geht von mir fort.
In den Maserungen der Blätter Goldstaub aus Geist.
Er fällt in die Risse der Städte, bis weiße Skulpturen
in Affenkäfige stürzen. Ich baue an deinem Gesicht,
steige über die Herkunft der Falten 
in den Brunnen deines Mundes, 
finde Schnee und Eis und Feuer und Salz. 
Geh ein Stück mit mir auf dem anderen Weg, 
ein Stück in den Tag, ein Stück in die Nacht,
ein Stück in das Leben, ein Stück in den Tod 
und immer durch den Himmel des Papiers. 


Kerstin Fischer                    

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