Nachträume





Die Monotonie der Gleise vibriert
in den zuckenden Körper der Nacht.
In den Fenstern spiegeln sich Gesichter,
bleich wie Erinnern. 
Sie reden von Ankunft und decken die Tische
mit ihren müden Augen. 
Am Boden gefallenes Brot für die Krähen 
in den matten Koffern. 
Ich schneide Bilder aus dem Wispern der Reisenden
und verberge sie unter meinen stillen Tüchern, 
bis der Bahnhof seinen Zug vergisst. 
Ein Hauch Mondlicht über der immer dicker werdenden Welt. 
Draußen. Das dunkle Feld schläft mit dem Frost der Stadt. 
Eiswind in meinem Mund. 
Bis zum Morgengrauen bleibe ich ein gebrochener Zweig. 

Kerstin Fischer         

 

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