Wartend

Ich laufe durch das Karree des Sommers 
und ziehe an der Zigarette aus Herbst 
auf den Fluren der Klinik. Aus metallischen Mündern
fallen stumm Brote in meine wachsamen, zedernhellen Hände, 
die in Muttersprache schreiben. Gewässertes Wort. 
Am Fenster pickt die Amsel die Zeit aus den Rahmen. 
Ich gehe ein Stück mit ihr und falle in ein anderes Universum,
mit genügsameren Himmeln. Aus meiner Feder fließt blaues Blut 
in die Unendlichkeit des Papiers.
Dahinter sind die Träume ungeduldig. 
Die Wochen aber kriechen nackt über die Dürre in den Betten. 
Das Warten ist eine Mauer aus harten, farblosen Steinen. 
Und unten im Park brennt noch Mondlicht. 


Kerstin Fischer           

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