Wo die Morphine tanzen

Das Krankenhaus öffnet seinen weißen Schlund.
Ich zähle die Tage wie Ameisen, 
die über meine unruhigen Hände krabbeln. 
Meine Beine sind nah am Tod der Tauben. 
Der Park, noch einmal der Park mit seinen arroganten Bäumen.
Meine Schritte tropfen ein Morgenlied 
in das Trockeneis meiner Gedanken. 
Ich haste in unbekanntes Land, 
in dem die Flure glänzen wie fette Aale.
Mein Zimmer ist hinten links, an den Spangen des Abgrunds, 
wo die Morphine tanzen. 
Orangen fallen aus der Idylle des Wintergartens
und versüßen die weißen Lager, wenn die Katheter säuseln,
mitten in Paris. Ich gehe durch den Louvre, 
auf den Zehenspitzen meines Traums. 
An mir vorbei Ärzte wie Gänse im Gras. 


Kerstin Fischer         

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