Die Melancholie des Papiers

Die Schatten klettern wie Tiere aus ihren Käfigen. 
Sie laufen in Seide durch den Garten
und küssen die Bäume schwarz und schwer. 
Schwerer Duft, in den die Reife der Birnen fällt. 
Mein Haus, ein Winternest an den Zitzen des Sommers. 
Vor mir auf dem Tisch die leere Tasse Nacht. 
Ich breche das Brot zu Weisheit, bis es Zufall wird. 
Zufällig stehe ich im Wundmal der Gabelung. 
Der Weg am Wasser ist stumm. 
Sein Echo im Spiegel der Stille
gleitet in die Melancholie des Papiers
und sein Warten in trägem Anthrazit.
Ich gehe am Wasser und werde Wort. 


Kerstin Fischer   
 

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