Der Hunger der Magnolien

Immer noch spüre ich den Hunger der Magnolien
aus dem Park. Mein weicher Mund an der Nacht. 
Ich falle von den Rippen der Erde in die Hände Baudelaires.
Die bissigen Fische in meinem Bauch verlieren an Gier daraufhin.
Mein Spiegelbild läuft schon vor, bis zum Zug nach Paris. 
Am Montmartre fliehen meine Kreidezeichen aus schwangeren Mauern. 
Ich lege sie aus zwischen den Menschen auf der Rue Francoeur. 
Sie zerbrechen den weißen, jungen Sarg. 

Die alte Hand aus Regen und ihre glänzende Angst.
Immer noch spürt sie den Hunger der Magnolien ohne Grab. 


Kerstin Fischer 

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