Rhapsodie rouge

Aus meinen alten Stiefeln sinkt Zeit
in verlassene Schulen. Davor die umgebrochenen Bäume.
Eichen, Ahorn, an denen Schwefel klebt und Wind, heiser
auf Messers Schneide. Die Tafel bellt wie ein Hund im Moor. 
An den Haken im Flur hängen Gerüche, 
deren Ideen die Jahre überlebten. 
In den Städten suchen sie nun nach ihrer welken Haut, in Rom
und Amsterdam, in dem sich Cannabis um seine Kiffer kringelt. 
Die Aussicht auf die Grachten ist noch Jungfrau.
Die Hausboote aber sind längst geschlachtet
und die Nutten in den Fenstern ausgeweidet.
Rotlicht. Milieustudie. Ihr Ernst ist heiß und ebenerdig. 
Die langen Fingernägel schlagen das Herz aus den Scheiben,
bis der Samen in Scherben fällt. 
Die Skizze auf meinem Blatt aber bleibt, 
von der Frau mit dem schönen, bleichen Gesicht. 


Kerstin Fischer        
    

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