Vor dem Ende des Gedichts

Das Morgengrauen vor meinem Punkt, dem leichten Stein 
in der noch blassen See. Algenwachen. 
Die Rauchzeichen kommen vom Ufer her. 
Dort ist die Schminke unruhig. 
Über die dicken Lippen quellen Berichte sagenschwer
auf der gepflügten Fifth Avenue. Mikrophone aus Zucker,
zuckersüß. Schnalzende Gier. 
Die Stimmen wie Schlangen über dem Boden zwischen
weißen Pferden. Stutenmilch im Blitzgewitter. 
Durch den Spalt in meinem Baumhaus fällt grelle Wüste
aus den Synapsen des Radios, die die Segel meiner Ankunft ritzen.
Mein Schatten wächst auf dem Gebirgszug. 
Ich habe die Schuhe verloren, 
in der Nacht von morgen auf gestern.
Mit bloßen Füßen gehe ich durch die Zutraulichkeit des Gartens.
Mein Traum liebt in den Gewächshäusern, 
unter den Augen der Salamander.
Ich wachse in das Beben ihrer Haut und melke meinen Stern -
das Morgengrauen vor meinem Punkt, dem leichten Stein. 
Fernab der Stadt. 
Wörter mit aufgerissenem Maul. Jungvögel in blauen Nestern. 


Kerstin Fischer 
          

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