Winterpsalm





Die dunkle Zunge der Nacht leckt über die Muscheln am Strand.
Ich öffne ihre Seelen. Meerblut fließt über meine Hand, 
fließt in meine Oleanderknospe, die den Winter bricht.
Vor dem stinkenden Felsen das getötete Schaf, dennoch.
Ich höre das stumpfe Jaulen der Erde,
an dem die Glasaugen der Gotteshäuser zerbrechen. 
Die Lungen meines Schmerzes sind 
weiße Schmetterlinge über süßem Brot.
An meinen Stiefeln klebt Salz, der stille Samen, 
immer noch. Fern und nah. Dein Feuer. Dein Eis. 
Im Schatten des Morgenrots schwangeres Warten, dünnhäutig
wie dein schönster Fisch. 


Kerstin Fischer       
    
 
 

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