Von Winter zu Winter

Aus deinen Augen fließt warme Ewigkeit in meine Hand.
Der Raum verschlingt mit seiner Seide meinen Körper. 
Meine gefrorenen Muscheln öffnen sich. 
Du tränkst die Weide mit Nachtlämmern. 
Lange schon sind meine Schritte zerbrochen
im gläsernen, blauen Wind, der nach Süden treibt. 
Du legst Minze auf meine Zunge, 
mit der ich dafür die jenseitigen Farben schmecke. 
Der Garten ist feucht, der Garten ist Nacht. 
Ich gehe auf Zehenspitzen, 
um die träumenden Schwalben nicht zu wecken.
Und ich gehe allein, vom Anfang zum Anfang
des Totentanzes in Eselsmilch,
von Winter zu Winter zu dir.
   



Kerstin Fischer         

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