Der Morgen

In meiner Brust ein weißer Vogel mit ausgebreiteten Flügeln -
die Unruhe meines Körpers, seit deiner Ankunft. 
Ich starre in die Augen des Morgengrauens, 
die im Spalt der Gardine flackern. 
Der Tagesanbruch ist endgültig.
Fieber bricht aus den Wolken auf mein Gesicht. 
Meine Gedanken kriechen wie Schnecken über den Boden.
Mit leuchtenden Bernsteinen beschwerst du meinen Geist. 
Sie kommen aus dem Unsagbaren des Meeres, 
von dem ich die Schleier ziehe, 
bis ein junges Wort entsteht. 
Ich lege es auf deine Lippen und werde ruhig. 



Kerstin Fischer 

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